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Halbautomatik Workflow Astro Solo-Founder

Halbautomatik: Wie dieser Artikel entstand

Kein CMS, kein Redakteur — der Blog ist Teil des Systems. Ein Blick auf den Workflow hinter Wirkmittel AI.


Der dritte Artikel auf wirkmittel.ai. Und der erste, der erklärt, wie er überhaupt hier landet.

Das klingt selbstreferenziell — ist es auch. Aber das ist kein Stilmittel, sondern der Punkt. Wirkmittel AI ist kein Produkt mit einem Blog daneben. Der Blog ist Teil des Systems. Gleiche Infrastruktur, gleiche Prinzipien, gleiche KI-Komponenten. Ich nenn das Halbautomatik: Ich steuere, das System trägt.

Wie das System aufgebaut ist

  • Astro + Cloudflare Pages — öffentliche Website, SSR, Blog-Rendering
  • Supabase — Datenbank und Edge Functions als Backend-Schicht
  • Claude (Anthropic) — KI-Komponente, angebunden über die Messages API
  • Job-Queue + pg_cron — Orchestrierung aller Agenten-Aufgaben: was wann läuft, in welcher Reihenfolge, mit welchem Input
  • Google Drive — externe Ablage, die regelmäßig im Hintergrund geprüft wird
  • MCP-Server — direkte Interaktion mit dem System per Claude.ai Chat, ohne separates Interface

Der Workflow eines Artikels

Artikel-Workflow

  1. Briefing schreiben — Kernaussagen, Haltung, was wegbleibt
  2. Content-Agent erhält das Briefing, generiert einen Entwurf
  3. Review: lesen, korrigieren, einen Satz ergänzen der nur aus echtem Erleben kommt
  4. Publish — direkt in die DB, der Artikel ist live

Aufwand: unter einer Stunde. Das ist der Deal.

Der Workflow eines Dokuments

Dokument-Workflow

  1. Dokument landet in einer definierten Ablage
  2. Ein Job erkennt das neue Dokument automatisch beim nächsten Scan-Zyklus
  3. Der Agent analysiert den Inhalt und bewertet seine Erkennungssicherheit
  4. Bei hoher Konfidenz läuft der Prozess automatisch durch — unter einem Schwellenwert startet ein erweiterter Reasoning-Prozess zur Überprüfung
  5. Das Ergebnis wird strukturiert erfasst und in einem geschlossenen Bereich dokumentiert

Kein manueller Schritt zwischen Eingang und Dokumentation. Die Orchestrierung übernimmt den Rest.

Was nicht funktioniert hat

Kein Briefing: generisch, klingt wie Dokumentation mit Absätzen. Zu detailliertes Briefing: steif, kein Rhythmus. Der Mittelweg — Kernaussagen klar, Struktur grob, Rest offen — funktioniert, weil die Constraints den Rahmen halten, nicht den Inhalt.

Vor- und Nachteile

Der Vorteil ist offensichtlich: Geschwindigkeit ohne Qualitätsverlust, wenn die Vorarbeit stimmt. Der weniger offensichtliche Vorteil: das System zwingt zur Klarheit. Wer kein präzises Briefing schreiben kann, hat die eigene Aussage noch nicht durchdacht.

Der Nachteil: die Vorarbeit ist nicht trivial. Tone-of-Voice zu dokumentieren bedeutet, erstmal rauszufinden was man eigentlich will. Kein Hedging, kein Motivational Framing — das klingt wie eine Liste verbotener Wörter, ist aber eine Entscheidung über Haltung. Diese Arbeit muss einmal geleistet werden.

Das ist Halbautomatik. Das System arbeitet. Ich entscheide.


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